Manchmal ist das Problem so offensichtlich und die Lösung so nah, doch wir sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht. Lange heiße Duschen, wer liebt sie nicht? Gerade jetzt wo es draußen wieder kälter wird. Dass dies mit einem erheblichen Wasser- und Energieverbrauch verbunden ist, ist den meisten klar. So schleicht sich dabei oft ein schlechtes Gewissen ein. Dies könnte allerdings vorbei sein, denn die Showerloop des gleichnamigen finnischen Startups, macht es möglich mit konstanten 10 Litern endlos zu duschen. Klingt erstmal nach einem unmöglichen Unterfangen, doch das Prinzip ist leicht verständlich.

In Deutschland werden fürs Duschen circa 36 % des täglichen Wasserverbrauchs verwendet. Das sind in etwa 44 Liter pro Person und Tag. Diese Zahlen beziehen sich jedoch nur auf eine kurze Dusche von 3-5 Minuten. Pro Minute verbraucht eine Dusche je nach Duschkopf zwischen 8-15 Liter Wasser. Eine lange heiße Dusche kann daher auch leicht mal 100 Liter Wasser verbrauchen. Stellt man sich das in Milchkartons vor, kommt ein ganz schön großer Stapel zusammen.

Diese vielen Liter an Wasser laufen dann direkt in die Kanalisation. Seien wir ehrlich, das Duschwasser ist dabei meist sogar recht sauber. Hier kommt die Showerloop-Dusche ins Spiel. Die Dusche funktioniert wie herkömmliche Modelle, nur läuft das Wasser nicht in den Abfluss, sondern wird aufgefangen, wieder hochgepumpt, gereinigt, sterilisiert und dann nochmal verwendet. Wie der Name es schon sagt, zirkuliert das Wasser so in einem Kreislaufsystem. Das Wasser passiert dabei fünf Filter. Erstens ein Sieb für grobe Verunreinigungen. Zweitens und drittens ein Mikrofaser-und ein Sandfilter für das Reinigen von kleinen Partikeln. Viertens ein Aktivkohlefilter um Farbe, Gerüche und Chemikalien zu entfernen sowie zuletzt ein UV-Licht Filter, der das Wasser sterilisiert. Das gereinigte Wasser ist laut dem finnischen Startup am Ende sogar sauberer als das Leitungswasser. Zudem wird Energie eingespart, da das zirkulierende Wasser schon eine Grundwärme besitzt und nur noch minimal aufgeheizt werden muss.

Das Startup stellt seine Idee allen Duschfreunden und Wassersparern zur Verfügung, die Bauanleitung und Materialliste sind für jeden auf der Homepage einsehbar. Eine limitierte Anzahl von Do-it-yourself Kits, kann dort auch für 1.500 Euro erworben werden. Die Dusche wird dann selbst aufgebaut und das Startup in seiner Pilotphase unterstützt. Das Startup selbst sagt über sich, dass sie mit vielen recycelten Materialien arbeiten, da sie nur ein kleines Budget haben, was sie allerdings auch anspornt einfach und kosteneffizient zu entwickeln. Noch sind sie auf der Suche nach einem Geschäftsmodell, das eine Gemeinschaft der sozialen und ökologischen Ethik und die Open-Source-Kreislaufwirtschaft fördern würde. Die Produktidee und die ersten Umsetzungen überzeugen jedenfalls schon jetzt. Herausragend ist dabei, dass das Startup gleich weiterdenkt und Konzepte vorlegt, wie im gesamten Haushalt ein Wasserkreislauf installiert werden könnte. Dabei wäre schon der erste Schritt, die Verwendung des Duschwasser für die Toilettenspülung, ein Meilenstein für das Wassereinsparen. In Zeiten des Klimawandels und der weltweiten Wasserknappheit, schafft die Showerloop-Dusche es, Luxus (heiße Duschen) mit Ressourceneinsparungen zu verknüpfen.

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