Heutzutage ist es für uns selbstverständlich, dass wir rund um die Uhr mit frischen Lebensmitteln versorgt sind. Die Gemüse- und Obsttheken im Supermarkt sind immer gut gefüllt, Erdbeeren gibt es auch im Winter und Brokkoli das ganze Jahr lang. Was früher Alltag war, zu wissen wann welches Obst und Gemüse wächst, wird heute von uns nicht mehr gefordert. Obwohl wir diese Produkte tagtäglich verwenden, sind wir doch abgeschnitten von ihren Wachstumsprozessen und damit auch von der Natur. Gerade Personen die in Wohnungen leben und keinen Garten besitzen, was viele von uns betrifft, haben kaum eine Möglichkeit sich dem Gärtnern zu widmen. Auch wenn Schrebergärten und Urban Gardening Projekte dort Abhilfe schaffen, hat das Team von Fresh Square noch eine zugänglichere Alternative entwickelt.

Fresh Square, der praktische Heimgarten für die Wohnung in Boxenform, bietet alles was kleine Pflanzen zum Wachsen brauchen. Der Boden besteht aus organischen Abfällen, Biosaatgut und ist frei von Chemikalien. Er wurde vom Startup Fresh Square gemeinsam mit der Universität Lüttich (Belgien) entwickelt. Der Heimgarten besitzt einen Wassertank, der nur alle drei Wochen aufgefüllt werden muss, eine LED-Lampe, die sich automatisch morgens ein und abends ausschaltet, und kann modular mit bis zu drei anderen Fresh Squares zusammengesteckt werden. Der Heimgarten bietet zwölf kleine Plätze für Gemüse-, Obst-, und Wurzelpflanzen, essbare Blumen und Kräutern, deren Saatgut auch über die Fresh Square Webseite beziehbar ist. Die meisten Kräuter und anderen Blattpflanzen (wie Salate oder Spinat) sind nach vier bis sechs Wochen schon ausgewachsen. Der Wachstumsverlauf kann dabei mit der Fresh Square App verfolgt werden, zudem bietet diese Erntetipps, Rezeptideen und die Möglichkeit sich mit anderen Heimgärtnern auszutauschen.

Die Box des Heimgartens besteht aus recyceltem Aluminium und Metall, recycelbarem Plastik sowie Holz aus ökologischem Landbau. Für 349 Euro kann ein Fresh Square auf der Webseite erworben werden. Günstiger wird es, wenn das neue Projekt des Startups anläuft und das Heimgartensystem als DIY-Kit auf den Markt kommt.
Obwohl das Startup französisch ist, wurde die Geschäftsidee in Deutschland entwickelt, als Standort suchte das Team sich Berlin aus. Die Gründerin studierte Biologie, wollte nach dem Abschluss aber nicht in die akademische Forschung gehen, sondern eine eigene Existenz aufbauen. Sie machte noch einen Master in Business Administration, Accounting und Business Management und entwickelte im weiteren Verlauf die Fresh Square Idee. Ihre Mitgründerin dagegen suchte eine Startup Idee im Bereich nachhaltige Entwicklung, die sie begeisterte. Nach zwei Mastern in Entrepreneurship und Projektmanagement, war der Wille da, auch mal was praktisch umzusetzen und ein Unternehmen aufbauen. Die beiden Französinnen starteten ihr Projekt in Berlin, da sie sich gleich international aufstellen wollten und zudem in Deutschland einen Anführer in der nachhaltigen Entwicklung sahen. Zum Team gehören noch zwei Prototypentwickler und ein Experte für Elektronik. Zudem arbeitet Fresh Square mit einer Design Agentur zusammen, welche die Prototypen schnell in funktionale Produkte umwandelt.

Die Vision des Startups ist es, mit dem Fresh Square Heimgarten gegen Monokulturen, die Ausbeutung der Böden und den CO2-reichen Transport von Lebensmitteln anzugehen. Zudem sollen die Nutzer von Heimgärten wieder Vertrauen in Lebensmittel gewinnen, da sie nun wissen woher ihr Essen kommt und was darin enthalten ist. Sicherlich werden uns Heimgärten, wie der von Fresh Square, nicht gleich zu Selbstversorgern machen, aber der Anfang für eine gesündere Ernährung und einen naturverbundeneren Lebensstil ist gesetzt.

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